Bevölkerungsschutz
Definition/Akteure
Was versteht man unter Bevölkerungsschutz?
Unter Bevölkerungsschutz versteht man alle Aufgaben und Maßnahmen des Bundes im Zivilschutz sowie der Kommunen und Länder im Katastrophenschutz.
Ziel ist dabei die Bevölkerung und deren Lebensgrundlage vor Katastrophen zu schützen und in schweren Notlagen zu unterstützen. Dies geschieht insbesondere durch die Aspekte der Vorsorge, Vorbereitung, Warnung und akuten Abwehr von Gefahren.
Welche Akteure rechnet man dem Bevölkerungsschutz zu?
Viele Personen sorgen dafür das der Bevölkerungsschutz sicher und robust aufgestellt ist. Dies geschieht vielerorts auf Basis ehrenamtlichen Engagements.
Bei lokalen Schadensfällen innerhalb der Kommunen schützen:
- Freiwillige Feuerwehren - Zur Website der Freiwilligen Feuerwehr Forst (Lausitz)
- Hilfsorganisationen wie das DRK - Zur Website des DRK Kreisverband Forst Spree-Neiße e.V.,
- die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW), Ortsverband Forst (Lausitz) - Zur Website des Ortsverband Forst (Lausitz) des THW oder
- der Katastrophenschutz (z. B. in den Landes- und Kommunalbehörden)
Vorsorge
Bei großflächigen und schweren Ereignissen können Einsatzkräfte nicht immer sofort und überall zur Stelle sein. Eine Vorsorge im Sinne des Bevölkerungsschutzes ist sinnvoll und beschreibt die Vorbereitung auf Störungen, Notfälle, Krisen oder gar Katastrophen.
Dabei müssen Sie sich stets fragen:
- Sind Sie vorbereitet?
- Können Sie sich und anderen helfen?
- Wissen Sie, was zu tun ist?
Vorbereitung und Vorsorge können dabei unterschiedlich ausfallen. Je nach eigenen persönlichen Gegebenheiten und Voraussetzungen wie Wohn- und Lagerflächen, Alter, Anzahl der Personen im Haushalt oder finanzieller Absicherung. Was kann also jeder für sich selbst tun?
1) Trinkwasser und Nahrungsmittel
Lebensmittel und Getränke sind für jede Notsituation hilfreich. Bei persönlicher Krankheit oder Stromausfällen ist ein Einkauf nicht immer möglich. Auch im Alltag können Sie von einem kleinen Vorrat in häuslicher Umgebung profitieren.
Wichtige Aspekte sind besonders Was und Wie Lebensmittel bevorratet werden. Hierbei bieten sich besonders haltbare und fertige Lebensmittel an. Auch auf eine kurze Kochzeit sollte geachtet werden. Gut zu lagern sind besonders Trockenfrüchte, Obst / Gemüse / Fleisch- und Fertiggerichte in Konserven, Nüsse, Zwieback oder Müsliriegel.
An eine ausreichende Menge an Trinkwasser (2 Liter pro Person / Tag) muss gedacht werden. Auch leichte Säfte oder Fruchtschorlen, vorzugsweise in Glasflaschen, sind sinnvoll.
Nachfolgend kann mit dem Vorratskalkulator eine Übersicht erstellt werden:
https://www.ernaehrungsvorsorge.de/private-vorsorge/notvorrat/vorratskalkulator.
Für eine vegatische Ernährung gibt es eine gesonderte Tabelle: Zur Vorratstabelle für Vegetierer.
2) Notgepäck
Neben Lebensmitteln ist es ratsam ein kleines Notgepäck vorzuhalten. Hierbei geht es natürlich nur um die wichtigsten Dinge.
Notgepäck sollte immer transportabel sein. Die Vorbereitung in einem großen Rucksacke beispielsweise ist zu empfehlen. So sind die Hände frei und das Gewicht optimal gelagert. Auch wetterfeste Kleidung und Schuhwerk sollte nicht fehlen.
Dinge wie Personalausweis, Bargeld, Gesundheits- oder Krankenkarte, Impfpass und Haustürschlüssel sind schlecht zu bevorraten sollten jedoch nicht vergessen werden.
In jedem Haushalt sollte folgendes vorhanden sein:
- Erste Hilfe Material und Medikamente (Hausapotheke)
- Radio (Kurbelradio, solar- oder batteriebetrieben)
- Trinkflaschen
- Dosenöffner und Taschenmesser
- Essgeschirr und -besteck
- Taschenlampe (akku- oder batteriebetrieben)
- Kopfbedeckung
- Hygieneartikel
- Schlafsack und Decke
3) Informiert bleiben
Um im Notfall Informationen zu erhalten ist das Radio eine der sichersten Medien. Durch die besondere Bedeutung der Radiosender im Notfall sind diese zusätzlich abgesichert. Auch WarnApps wie NINA, KATWARN oder die DWD-Wetterapp sind nützliche Tools um Warnungen im Notfall zu erhalten.
Informationen zu erhalten und weitergeben rettet im Zweifel Leben. Warnmeldungen sollten somit ernst genommen werden. Bei Gefahr sind Bürgerinnen und Bürger angehalten die richtigen Notrufnummern zu wählen. Hier finden Sie eine Übersicht der wichtigsten Nummer.
Eine weitere Übersicht kann im Ratgeber für Notfallvorsorge des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) digital oder in den Rathäusern ausliegend nachgelesen werden:
Gefahren durch die Natur
Hochwasser
Hochwasser an größeren Gewässern sind keine Seltenheit. Durch Schneeschmelze oder Starkregenereignisse können Flüsse steigen und über die Ufer treten.
Mit der Lausitzer Neiße liegt die Stadt Forst (Lausitz) an einem Gewässer der sogenannten 1. Ordnung. Sie entspringt dem Isergebirge im Norden Tschechiens und mündet bei Ratzdorf in die Oder. Mit ca. 4 bis 6 km/h zählt sie zu den schnelleren Flüssen. In der Vergangenheit kam es dabei in regelmäßigen Abständen zu Hochwassern wie zuletzt in den Jahren 2022, 2013 oder 2010. Durch Schneeschmelze oder Starkregenereignisse können Flüsse steigen und über die Ufer treten. Dabei sind die Auswirkungen üblicherweise stark begrenzt."
Die Auswirkungen eines Hochwassers sind üblicherweise stark begrenzt. Bei starkem Hochwasser können nachfolgende Tipps helfen:
- bringen Sie sich nicht selbst in Gefahr
- Achten Sie auf Nachbarn
- nformieren Sie sich regelmäßig
- sorgen Sie rechtzeitig mit ausreichend Lebensmitteln und vor allem Trinkwasser vor
- lagern Sie wertvolle Möbel oder Geräte (z. Bsp. Computer) höher
- dichten Sie ggf. Fenster und Türen ab und halten Sie die Abflüsse sauber
Den aktuellen Hochwasserspiegel erfahren Sie über die WarnWetter App des Deutschen Wetterdienstes (https://www.dwd.de/DE/service/dwd-apps/dwdapps_node.html) sowie über das Hochwasserportal des Landes Brandenburg - für Forst (Lausitz ist der Messpunkt Klein Bademeusel maßgeblich (https://pegelportal.brandenburg.de/start.php).
Weitere Informationen können Sie dem Flyer „Empfehlungen bei Hochwasser“ des BBK entnehmen.
Waldbrand
Brandenburg ist ein Bundesland mit großer Waldbrandgefahr. Alle Waldgebiete sind entweder mit hoher oder sehr hoher Waldbrandgefahr ausgewiesen.
Eine Gefahr besteht also grundsätzlich. Durch die Waldbrandgefahrenstufen lässt sich erkennen, ob für die aktuellen Verhältnisse (Ort, Zeit, Temperatur und Niederschlag) eine geringe (Waldbrandgefahrenstufe 1) oder eine sehr hohe (Waldbrandgefahrenstufe 5) existiert.
[Bild Waldbrandgefahrenstufen einfügen]
Auch der Waldbrandgefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes (DWD) ermöglicht einen Gesamtüberblick für Deutschland sowie eine Prognose der nächsten Tage.
Der Graslandfeuerindex ist nach dem gleichen Prinzip aufgebaut, beschreibt jedoch das Risiko für Steppen- oder Flächenbrände außerhalb des Waldes.
Damit kein Feuer in Wald- und Grasbereichen entsteht sind folgende Empfehlungen zu beachten:
- Nicht Rauchen, keine Zigarettenreste fortwerfen – auch nicht auf und an Waldwegen
- kein Grillen, kein offenes Feuer im Wald oder in Waldnähe (50m)
- Zufahrten sowie land- und forstwirtschaftliche Wege freihalten
- kein Parken von Kraftfahrzeugen im Wald
- keine Fluglaternen nutzen
- ggf. Betretungsverbote durch Wald- und Forstbehörden beachten (ab Waldbrandwarnstufe 4)
Hitze
Hitzewellen treffen jedes Jahr mehrere tauschen Menschen in Deutschland. Meist sind ältere, junge oder kranke Menschen besonders davon betroffen.
Extreme Wärmebelastung wird zukünftig nicht weniger. WarnApps wie zum Beispiel WarnWetter (DWD) geben bei besonders hoher Belastung eine Hitzewarnung aus. So können sich Menschen vorsorgen und vorbereiten.
Aktuelle Hitzewarnungen finden Sie hier: https://www.hitzewarnungen.de/index.jsp.
Um bei hoher Hitzebelastung keine Schäden davon zu tragen können Sie im Vorfeld wie auch während der Hitze einige Dinge beachten.
Das können Sie im Vorfeld tun:
- Sorgen Sie für ausreichend Getränkevorräte (siehe Infobox) [Infobox einfügen]
- Dunkeln Sie Räume ab und sorgen Sie für Schattenplätze (z. Bsp. auf Balkon oder Terrasse)
- Bei Einnahme von Medikamenten sprechen Sie mit Ihrem Arzt, um ggf. eine Dosierung anzupassen
Das können Sie während der Hitze tun:
- viel Trinken! Mindestens 1,5 bis 2 Liter pro Tag
- weite, leichte Kleidung tragen
- morgens und abends Lüften
- Sonnenschutzmittel verwenden
- Sonne meiden – Schatten aufsuchen
- körperliche Belastung reduzieren
Gute Durstlöscher:
- Mineralwasser
- verdünnte Säfte
- Kräuter- oder Früchtetee
Vermeiden Sie eiskalte Getränke. Kühle oder lauwarme Getränke helfen dem Körper besser mit Hitze umzugehen. Vermeiden Sie Alkohol- oder koffeinhaltige Getränke! Diese belasten Herz-Kreislaufsystem zusätzlich.
Weitere Tipps und Hinweise können Sie dem Flyer „Hitze – Vorsorge und Selbsthilfe“ vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) nachlesen.
Warnung
Informationen und Warnmeldungen sind überlebenswichtig. Fernsehen und Radio haben sich dabei seit langem bewährt. Radios sind besonders empfehlenswert. Sie können sowohl Internet- als auch Stromunabhängig genutzt werden. Durch moderne Medien wie WarnApps kann eine breite Masse von Menschen in Deutschland erreicht werden.
Gängige WarnApps sind:
- NINA
- KATWARN
- BIWAPP
- WarnWetter
Durch den jährlichen Warntag hat auch das Cell-Broadcast-System flächendeckend Bekanntheit erlangt. Dabei erhalten alle Besitzer eines Mobiltelefons eine gezielte Warnnachricht – ähnlich einer SMS – auf ihr Handy oder Smartphone.
Lokale Warnmittel wie Sirenen helfen auch in der Nacht oder bei Ausfall der gängigen Warnmittel Bürgerinnen und Bürger zu informieren. Sie dienen als Weckmittel. Die Bedeutung der Warnsignale ist zu beachten [einfügen einer Grafik von Warnsignalen].
Erst die Gesamtheit aller Warnmittel (Stichwort: Warnmittelmix) und die Beachtung von Warnungen durch Menschen machen diese vorbeugende Form erst effektiv. Das Modulare Warnsystem (kurz: MoWaS) ist dabei in Deutschland entscheidend.
Informationen für Schulen
Bildungs- und Erziehungseinrichtungen legen die Grundsteine für das spätere Leben. Wissen, Verhalten, Normen- und Wertevorstellungen, werden täglich an Kinder und Jugendliche weitergegeben.
Bevölkerungsschutzpädagogik ist eine sehr junge und in Entwicklung befindliche Form der Pädagogik. Sie beschäftigt sich mit Themen des Bevölkerungsschutzes wie zum Beispiel der Selbsthilfe, der Vorsorge, der Information oder der Ersten Hilfe. Im Gegensatz zur Brandschutzerziehung spricht die Bevölkerungsschutzpädagogik eine breitere Palette vom Themen in unterschiedlichen Szenarien an.
Als Hilfestellung für Lehr- und Erziehungspersonal hat das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) mehrere Bildungsunterlagen zu Themen wie zum Beispiel soziales Miteinander, Hochwasser, Selbstschutz oder Stromausfall entwickelt. Für Lehr- und Ehrziehungspersonal ist ein Methodisch-Didaktischer Kommentar vorhanden. Dieser gibt Anregungen und Hinweise zur Vermittlung der spezifischen Themen. [mehrere Beispielunterlagen einfügen]
Weitere Materialien stehen kostenfrei auf der Internetseite des BBK zur Verfügung (zur Mediathek des BKK).
Beispiele
Alles aus - Baustein zum Thema Stromausfall
Brandgefährlich – Baustein zum Thema Dürre und Waldbrand
Hilfsbereit – Soziales Miteinander in der Gemeinschaft
Pitschnass – Baustein zum Thema Überschwemmungen und Erdrutsche
Ansprechpartner
Stadt Forst (Lausitz)
Fachbereich Ordnung und Sicherheit
Sachbearbeiter Brand- und Bevölkerungsschutz
Herr Peskar
Lindenstraße 10 - 12
03149 Forst (Lausitz)
Sitz: Promenade 9, 03149 Forst (Lausitz)
Telefon: 03562 989-153
Fax: 03562 989-202
E-Mail: m.peskar@forst-lausitz.de