Montag, 12. Oktober 2026 | Allgemeines, Kultur, Rathaus, Wirtschaft | Neues aus dem Rathaus Die „Wassernixe“ kehrt an ihren historischen Platz zurück

Feierliche Enthüllung beim 5. deutsch-polnischen Parkseminar im Ostdeutschen Rosengarten

Forster Bürgermeisterin Simone Taubenek und 33. Forster Rosenkönigin Stefanie III enthüllten die "Wassernixe", Fotograf: Aneta Baluszek, Bildrechte: Stadt Forst (Lausitz)

Ein Stück Gartengeschichte ist zurück: Am Samstag, dem 10. Oktober 2026, wurde die rekonstruierte „Wassernixe“ im Rahmen des 5. deutsch-polnischen Parkseminars im Ostdeutschen Rosengarten feierlich enthüllt. Gemeinsam präsentierten die Forster Bürgermeisterin Simone Taubenek und die 33. Forster Rosenkönigin Stefanie III. die Skulptur im Pergolenhof auf der Wehrinsel.

Damit kehrt eine historische Frauenfigur an ihren ursprünglichen Standort zurück und ergänzt das Ensemble gemeinsam mit dem 2023 wieder aufgestellten „Mädchen mit Wasserkrug“.

Rund 70 Parkseminaristinnen und Parkseminaristen beteiligten sich an den Pflege- und Gestaltungsarbeiten in der historischen Parkanlage. Unter ihnen waren Schülerinnen und Schüler des Fachgymnasiums für Landschaftsarchitektur aus Zielona Góra, freiwillige Helfer aus Berlin, Cottbus und Senftenberg, Vertreterinnen aus der Partnerstadt Brody sowie Mitglieder des Museumsvereins. In verschiedenen Gruppen packten die Teilnehmenden tatkräftig mit an und setzten sich für den Erhalt und die Weiterentwicklung des Ostdeutschen Rosengartens ein.

Eine Gruppe von rund 15 Personen widmete sich dem unmittelbaren Umfeld der „Wassernixe“. Mit der Neugestaltung der Beetflächen erhielt das Areal einen passenden Rahmen für die historische Skulptur. Rund 140 Rhododendren und über 700 Waldsteinien-Stauden ("Golderdbeere") wurden hier gepflanzt. Insgesamt kamen an diesem Tag über 1.600 Stauden, 5.000 Blumenzwiebeln sowie einige Sträucher in die Erde.

Das Parkseminar wurde im Rahmen eines Interreg-Projektes gefördert. Das Projekt „Inwertsetzung Parkverbund“ wird aus den Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung im Rahmen des Kooperationsprogramms INTERREG VI A Brandenburg – Polen 2021-2027 kofinanziert.

Den feierlichen Abschluss des arbeitsreichen Tages bildete am Nachmittag die Enthüllung der „Wassernixe“. Neben den Teilnehmern des Parkseminars verfolgten auch interessierte Besucherinnen und Besucher den besonderen Moment, in dem die rekonstruierte Figur erstmals wieder der Öffentlichkeit präsentiert wurde.

Die „Wassernixe“, in historischen Quellen auch als „Nymphe“ oder „Mädchen mit Frosch“ bezeichnet, entstand im Vorfeld der Rosen- und Gartenbauausstellung von 1913. Wie das „Mädchen mit Wasserkrug“ stammt sie aus der Hand des Cottbuser Bildhauers Walter Adler und gehörte zur ursprünglichen künstlerischen Ausstattung des Pergolenhofes. Während das „Mädchen mit Wasserkrug“ bereits zum 110-jährigen Jubiläum des Ostdeutschen Rosengartens dank des Fördervereins Ostdeutscher Rosengarten Forst 1913 e.V. an seinen historischen Platz zurückkehren konnte, galt die „Wassernixe“ weiterhin als verschollen. Bei beiden Statuen waren weder Originalteile noch Gussformen erhalten geblieben, so mussten die Figuren anhand weniger historischer Fotografien rekonstruiert werden. Nach der Anfertigung eines Tonmodells entstand die Skulptur in einem speziellen Betongussverfahren. Mit der Umsetzung wurde, wie bereits beim „Mädchen mit Wasserkrug“, die Firma Stuckhaus Scherf und Ritter aus Waldenburg beauftragt.

Ermöglicht wurde die Rückkehr der „Wassernixe“ durch eine großzügige private Spende einer Forster Familie. Die Stadt Forst (Lausitz) bedankt sich herzlich bei der spendenden Familie, deren Engagement die Wiederherstellung dieses besonderen Teils der historischen Parkgestaltung ermöglicht hat.

Stadt Forst (Lausitz)