Aktionswochen gegen häusliche Gewalt in Forst (Lausitz)
Vom 24. November bis 11. Dezember 2026 laden die Stadt Forst (Lausitz), der Forster Frauenstammtisch und das Netzwerk Häusliche Gewalt des Landkreises Spree-Neiße zu gemeinsamen Aktionswochen ein.
Rund um den Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen am 25. November steht dabei insbesondere die Gewalt gegen Frauen und Mädchen im Mittelpunkt. Ein vielfältiges Programm lädt zu Begegnung, Austausch und Kultur ein und bietet zugleich konkrete Angebote zur Stärkung von Frauen, Kindern und Jugendlichen.
Häusliche Gewalt hat viele Gesichter und kann Menschen unabhängig von Geschlecht, Alter, Herkunft oder sozialem Umfeld treffen. Rund um den Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen am 25. November richten die Aktionswochen den Blick jedoch bewusst auf Frauen und Mädchen und auf die besonderen Formen geschlechtsspezifischer Gewalt, denen sie ausgesetzt sein können. Dabei gilt zugleich: Jede Form häuslicher Gewalt ist ernst zu nehmen – unabhängig davon, wen sie trifft.
Mit den gemeinsamen Aktionswochen möchten die beteiligten Partner sensibilisieren, Hilfs- und Unterstützungsangebote sichtbar machen und Räume für Begegnung, Information und gegenseitige Stärkung schaffen.
Fotoausstellung „Frauen in Forst – Unsichtbares sichtbar machen“
Bereits am 24. November um 17:30 Uhr eröffnet der Landkreis Spree-Neiße in der Kreisverwaltung, Heinrich-Heine-Straße 1, die Fotoausstellung „Frauen in Forst – Unsichtbares sichtbar machen“. Die Ausstellung ist bis zum 10. Dezember zu sehen.
Hissen der Aktionsflagge & Lesung
Am 25. November, dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, setzt der Forster Frauenstammtisch ein weithin sichtbares Zeichen: Um 16 Uhr wird an der St. Nikolaikirche die Aktionsfahne gehisst. Ein Informationsstand und die Möglichkeit zum persönlichen Gespräch begleiten die Aktion.
Im Anschluss eröffnet die Stadt Forst (Lausitz) um 17:30 Uhr in der Stadtbibliothek offiziell die Aktionswochen. Zu Gast ist die Autorin Rina Schmeller, die aus ihrem Buch „Co“ liest und sich darin mit dem Thema Co-Abhängigkeit auseinandersetzt. Nach der Lesung sind die Gäste eingeladen, mit der Autorin, unterschiedlichen Akteurinnen und Akteuren sowie miteinander ins Gespräch zu kommen.
Die Veranstaltung ist kostenfrei, eine vorherige Ticketreservierung in der Stadtbibliothek ist erforderlich.
Workshops für Kinder und Jugendliche
Auch Kinder und Jugendliche werden in die Aktionswochen einbezogen. Mit verschiedenen Kinderbuchlesungen für Kita- und Grundschulkinder sowie einem Workshop für die Klassenstufen 5 und 6 greift die Stadtbibliothek Themen wie Selbstbestimmung, Grenzen und gegenseitigen Respekt altersgerecht auf.
Stark und sicher durch den Alltag
An drei Nachmittagen bietet die Stadt Forst (Lausitz) außerdem kostenfreie Selbstverteidigungskurse an. Dabei geht es nicht allein um körperliche Techniken, sondern vor allem darum, Gefahren frühzeitig wahrzunehmen, selbstbewusst aufzutreten, Konflikte zu entschärfen und in schwierigen Situationen handlungsfähig zu bleiben.
Kursleitung: Alexander Wollmann
Die Kurse finden in der Sporthalle, Noßdorfer Straße 23, statt.
- 27. November, 16 bis 18 Uhr: Selbstverteidigung für Kinder von 5 bis 12 Jahren
(Anmeldung bis 23.11.2026)
Spielerisch lernen, mutig zu handeln, sich aus unangenehmen Situationen zu befreien und im Notfall Hilfe zu holen ganz ohne Vorkenntnisse. Kindgerechte Abwehr- und Befreiungstechniken Einfache Kampfsporttechniken Sicherer Umgang mit dem Handy (Kurzwahl-Funktion) Absetzen von Notrufen Aktives Handeln im Fokus - 4. Dezember, 16 bis 19 Uhr: Selbstverteidigung für Frauen und Jugendliche ab 13 Jahren
(Anmeldung bis 30.11.2026)
Gefahrensituationen frühzeitig erkennen, selbstbewusst Grenzen setzen und einfache Techniken zur Selbstverteidigung ausprobieren für mehr Sicherheit im Alltag. Aufmerksamkeitstraining Präventions- und Deeskalationstechniken im Alltag Mentales Training Abwehr- und Befreiungstechniken Umgang mit Konflikt- und Gefahrensituationen Selbstschutz im öffentlichen Raum und in Verkehrsmitteln - 11. Dezember, 16 bis 19 Uhr: Selbstverteidigung für Frauen gemeinsam mit ihren Kindern von 5 bis 12 Jahren
(Anmeldung bis 07.12.2026)
Gemeinsam stark sein! Praktische Übungen für typische Alltagssituationen zeigen, wie Mütter sich und ihre Kinder schützen, Abstand schaffen und sich aus Bedrängnis befreien können. Individuelle, gemeinsame Übungen anhand eingebrachter Situationen Abwehr- und Kampfsporttechniken zum Schutz von Frauen und Kindern Kombination aus kindgerechten Techniken und Techniken für Erwachsene Alltagsrelevante Prävention Schaffung von körperlicher Distanz Befreiung aus Festhalten, Bedrängnis und Belästigungen - immer mit Blick auf die besondere Situation Mutter
Für alle Kurse ist eine vorherige Anmeldung per E-Mail an stark-vor-ort@forst-lausitz.de erforderlich.
Kino, Begegnung und gemeinsames Gedenken
Zu zwei gemeinsamen Kinoabenden lädt der Forster Frauenstammtisch in die Villa Digitalkultur, Blumenstraße 9, ein. Am 28. November um 18:30 Uhr steht beim Frauenkino der Film „In die Sonne schauen“ auf dem Programm. Am 4. Dezember um 18:30 Uhr folgt ein „Kino für Alle“ mit einem Überraschungsfilm. Zum Abschluss lädt der Forster Frauenstammtisch am 10. Dezember um 17 Uhr zu einer Mahnwache am Markt ein. Gemeinsam soll der Opfer von Gewalt gedacht und ein sichtbares Zeichen gegen häusliche Gewalt und für ein gewaltfreies Leben gesetzt werden.
Auch Kinder und Jugendliche werden in die Aktionswochen einbezogen. Mit verschiedenen Kinderbuchlesungen für Kita- und Grundschulkinder sowie einem Workshop für die Klassenstufen 5 und 6 greift die Stadtbibliothek Themen wie Selbstbestimmung, Grenzen und gegenseitigen Respekt altersgerecht auf.
Beteiligte und Förderung
Die Aktionswochen sind ein gemeinsames Projekt der Stadt Forst (Lausitz), des Forster Frauenstammtisches und des Netzwerks Häusliche Gewalt des Landkreises Spree-Neiße. Gemeinsam möchten die Partner informieren, sensibilisieren und Mut machen, nicht wegzusehen, sondern hinzuhören und miteinander ins Gespräch zu kommen.
Gefördert werden die Aktionswochen über das Projekt „Stark vor Ort – Soziale Integration von armutsbedrohten Kindern und ihren Familien“. Gemeinsam mit lokalen und regionalen Partnern entwickelt die Stadt darüber Angebote, die soziale Teilhabe ermöglichen, persönliche und soziale Kompetenzen stärken und die Zukunftschancen von Kindern, Jugendlichen und Familien verbessern sollen. Das Projekt wird aus Mitteln der Europäischen Union und des Landes Brandenburg gefördert.